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TZ 30.08.2008 Lokales Steinbach
FSV hat wieder Zukunft – Meisberger übernimmt den Vorsitz
Steinbach.
Eigentlich wollte Reinhard Meisberger während der
Jahresversammlung im April nur ein paar Fotos für die
Homepage des Fußballsportvereins Germania 1908 machen. Mit
dem FSV hatte er bis dahin weiter nichts zu tun. Dennoch
ließ den Außenstehenden das drohende Aus des Vereins nicht
mehr los. Die Folge: Vier Monate später kandidierte er für
den Vorsitz.
Am Donnerstagabend wurde Meisberger (58) von 41 Mitgliedern
in der außerordentlichen Mitgliederversammlung einstimmig an
die Spitze des Vorstands gewählt. Stellvertretender
Vorsitzender wurde Stadtverordnetenvorsteher Dr. Jochen
Schwalbe (FDP), der dem Verein seit über 30 Jahren angehört.
Dem geschäftsführenden Vorstand gehören jetzt Jörg Menkoff
(Geschäftsführer), Gerd Gombatschek
(Spielausschuss-Vorsitzender) und weiterhin
Soma-Vorsitzender Gero Holland-Nell an. Bis auf das Amt des
Kassierers und das des Pressesprechers konnten alle Posten
besetzt werden.
Dessen ungeachtet war es der Findungskommission um «Bobbi»
Althaus gelungen, Mitglieder für die Arbeit im
geschäftsführenden und erweiterten Vorstand zu gewinnen. Die
Wahlen waren alle einstimmig.
Die langjährige Vorsitzende Monika Bischoff wurde in
Anerkennung ihrer Verdienste um den Verein zur
Ehrenpräsidentin gewählt. Bischoff hatte das Amt der
Vorsitzenden 15 Jahre ausgeübt und war davor vier weitere
Jahre als Kassiererin tätig gewesen.
Rückblick: Auf der Sitzung Mitte April war es erst gar nicht
zu Neuwahlen gekommen, da keines der Mitglieder bereit war,
für ein Vorstandsamt zu kandidieren. Dabei war schon seit
drei Jahren bekannt, dass der langjährige Vorstand definitiv
nicht mehr kandidieren würde. Er hatte jedoch seine Amtszeit
um ein weiteres Jahr verlängert, damit die Feierlichkeiten
zum 100-jährigen Bestehen des FSV geplant werden konnten.
Meisbergers Devise, man dürfe den Verein mit seiner großen
Jugendabteilung nicht sterben lassen, schlossen sich die
anderen neuen Vorstandsmitglieder an.
«Mit Erschrecken habe ich gehört, dass keiner bereit war, im
Vorstand mitzuwirken», schilderte Meisberger seine
Beweggründe für die Kandidatur. Vor allem, weil die Zukunft
der Jugendabteilung mit 160 Jugendlichen auf dem Spiel
gestanden habe. «Wenn so etwas geschaffen wurde, darf es
nicht zu Grunde gehen», betonte er. Der TZ sagte der
stellvertretende Vorsitzende des CDU-Stadtverbands: «Ich
kann nicht Stadtverordneter sein und es ablehnen, mich um
unsere Kinder und Jugendlichen zu kümmern.»
Meisberger übernimmt einen schuldenfreien Verein, der
derzeit in der Kreisoberliga spielt. Erstmals seit Jahren
konnten fünf Nachwuchsspieler in die 1. Mannschaft
integriert werden. Die Jugend wolle er in Zukunft stärker
einbinden, sagte er. «Ich bin nicht angetreten, damit der
FSV in vier Jahren in der Bundesliga spielt, sondern damit
Kinder die Möglichkeit haben, sich zu bewegen und sich gut
zu fühlen. Sie sollen erfahren können, wie toll
Mannschaftssport ist.» Das sei auch ein Stück Integration.
«Die Jugendturniere 2009 sind enorm wichtig», betonte er.
Zudem wolle er auf andere Sportvereine zugehen und für einen
geringeren Mitgliedsbeitrag für Jugendliche werben, die in
mehreren Vereinen Mitglied sind. «Diesen Beitrag sollen sich
die Vereine teilen», so Meisbergers Vision.
Weitere Wahlergebnisse: In den Spielausschuss wurden Thomas
Walter, die Brüder Franco und Ivan Marino, Naim Haxhijaj und
Zelko Jourisic gewählt. Schiedsrichterbeauftragter
ist Thomas Walter. Der Ältestenrat setzt sich aus Dieter
Brendel, Kurt Müller, Dieter Roth und Karin Ruß zusammen.
Das Amt des Beisitzers haben Paul Zampach, «Bobbi» Althaus
und Dieter Rothenbücher inne. Kassenprüfer bleiben Peter
Frosch und Klaus Döge.
Die Jugendabteilung wird weiterhin von Edith Fritz und ihrem
Stellvertreter Christian Sudler geleitet.
Für das Amt des Platzkassierers und noch gravierender für
den Wirtschaftsausschuss (Vereinsheim) konnte niemand
gefunden werden. Es wird Aufgabe des neuen Vorstands sein,
die vakanten Posten, zumindest die dringenden Ämter
Kassierer und Wirtschaftsausschuss, zu besetzen. Bleibt zu
hoffen, dass das Fortbestehen des Vereins mehr Menschen am
Herzen liegt als den 41 zur Versammlung erschienenen
Mitgliedern. (sob) |