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TZ Printausgabe vom 12.12.2007

FSV: Die Not ist erkannt, aber ein Retter nicht in Sicht Von Petra Pfeifer


Steinbach. Es fehlt an Personal und Geld – und so war die Sorge um den Fortbestand des FSV Steinbach auch das Hauptthema der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Montagabend. Ein Thema, dessen Dringlichkeit sich die Mitglieder bewusst waren, denn sie füllten das Vereinsheim bis in die letzte Reihe. Doch das war es auch schon. Zwar beteiligten sich viele an der Diskussion und der Aussprache, was die finanzielle und sportliche Situation betraf. Doch der Mantel des Schweigens hüllte sich über die Versammelten, als Monika Bischoff in die Runde fragte, wer bereit sei, Vorstandsarbeit zu leisten.

 

Wie berichtet, wollen sowohl Monika Bischoff als Vereinsvorsitzende als auch ihr Vize Heinz Biemüller und die Kasslerin Christine Herke-Klatt bei den anstehenden Neuwahlen in einem Vierteljahr nicht erneut kandidieren. Damit nicht genug: Geschäftsführer Wolfgang Klatt hat sein Amt bereits niedergelegt, und Elvira Krämer, zuständig für die Bewirtschaftung des Vereinsheims, hört ebenfalls auf. Zudem kündigte Jugendleiterin Edith Fritz an: „Ich schaue mir an, was geschieht. Wenn sich keine Leute finden, die helfen, dann trete ich auch zurück.“


Was die finanzielle Situation betrifft, so versicherte Bischoff: „Wir sind in der Lage, unsere Rechnungen zu begleichen.“ Doch da vermutlich künftig private Sponsorengelder ausbleiben würden, werde sich dieser Posten wohl von 9500 Euro auf etwa die Hälfte reduzieren. „Keiner steckt Geld in ein sinkendes Schiff“, so die Kassiererin. „Das Kind, das krankt, ist die Senioren-Mannschaft“, verweist Monika Bischoff auf die hohen Kosten in diesem Bereich. Dafür reichen die Mitgliedsbeiträge nicht, schließlich müsse auch Geld für den Platz, den Hessischen Fußballverband, Schiedsrichter und vieles mehr aufgebracht werden. „Schon ohne Spieler-Kosten haben wir jährlich 10 000 Euro zu zahlen“, erklärte Heinz Biemüller. Wenn der Verein darüber hinaus noch einen Obolus zu den Fahrtkosten zuschießen will, so lande man schnell bei etwa 16 000 Euro.


Um den Verein zu retten, hat Monika Bischoff bereits einen Vorstoß nach Oberursel (siehe auch Bericht auf Seite 16 der TZ vom 12.12.) gewagt: „Ich habe mit dem Vorsitzenden des 1. FC 04 Young Boys gesprochen, und wir könnten uns eine Fusion im Spielbetrieb vorstellen.“ Hierzu meinte jedoch ein Vereinsmitglied sogleich: „Das wird im Jugendbereich nicht funktionieren.“ Mit Blick auf die hohen Spieler-Kosten schlug Bernd Schildwächter vor: „Wir müssen in kleineren Klassen spielen und von unten aufbauen.“ Der Steinbacher Verein solle auf jeden Fall selbstständig bleiben.


Eindringlich gab Heinz Biemüller den Versammelten auf den Weg: „Macht euch bitte Gedanken darüber, wie es weitergeht.“ Und Monika Bischoff ergänzte: „Keiner von uns möchte, dass der Verein den Bach runtergeht.“ In jedem Fall werde der alte Vorstand den neuen 2008 bei den Feiern zum 100-jährigen Bestehen unterstützen.