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TZ Printausgabe vom 31.05.2008
Germania feiert 100-Jähriges
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Zum
FSV-Jubiläum vor 25 Jahren begrüßte
Vereinsringvorsitzender Klaus Döge (Mitte) Prominenz
in Steinbach. Uwe Seeler spielte mit seiner
Traditionsmannschaft in der Stadt, Tony Marshall
sang im Festzelt am Sportplatz. |
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Steinbach.
Es war die Zeit nach der Jahrhundertwende, als Steinbacher
Buben auf Sonntagsspaziergängen nach Oberursel andere Jungen
Fußball spielen sahen – eine Begegnung, die nicht ohne
Folgen bleiben sollte. Denn sehr schnell fanden die
Steinbacher so viel Gefallen an dem Sport, dass sie bald
nicht mehr „ohne“ sein wollten. Nachdem sich 1906 in
Weißkirchen der Fußballclub Teutonia und in Stierstadt die
Alemannia gegründet hatten, kam es am 27. Januar 1908 dazu,
dass der Sportklub Germania 08 aus der Taufe gehoben wurde.
Dies geschah im damaligen „Gasthaus zum Adler“, das jedoch
über keine für einen Verein geeigneten Räume verfügte. Daher
zog die noch kleine Schar von acht Burschen, unter ihnen die
Vereinsgründer Georg Philipp Lorey und Robert Gissel, in das
Lokal „Zum Goldenen Stern“ um und fand in dessen Wirt
Wilhelm Matthäus ihren ersten Vereinsvorsitzenden. Doch auch
Hindernisse galt es zu überwinden: Da Fußball zu jener Zeit
noch als Spiel für Kinder betrachtet wurde, fehlte die
Anerkennung. Doch die jungen Sportler ließen sich nicht
beirren, kämpften weiter für ihren Sport und hatten ihre
Freude an den Lokalderbys mit den Nachbarmannschaften.
Eine erste Unterbrechung fand das Vereinsleben durch den
Ersten Weltkrieg, da der Großteil der Mitglieder zum Dienst
an den Waffen einberufen wurde. Danach ging der Spielbetrieb
weiter: „Auch ein Spiel gegen eine Soldatenmannschaft der
französischen Besatzung wurde ausgetragen“, erinnerte sich
Heinz Windecker in einer Festschrift anlässlich des
60-jährigen Bestehens des Vereins. Ein erster großer Erfolg
waren die Meisterschaft der B-Klasse 1937/38 und der
anschließende vierte Platz in der A-Klasse. Obwohl viele
aktive Sportler nach Beginn des Zweiten Weltkrieges zur
Wehrmacht eingezogen wurden, wurde der Spielbetrieb
fortgeführt – zum Schluss jedoch nur noch mit einem
gemischten Jugendteam.
Da der Platz, auf dem die Fußballer ihrem Hobby nachgingen,
durch den Krieg und darauf stehenden Baracken unbespielbar
geworden war, konnte zunächst nur auswärts gespielt werden.
Doch die Steinbacher gaben nicht auf: Im Sommer 1946 wurde
der Platz mit einem Spiel gegen Karben wieder eröffnet.
Es begann eine wechselhafte Zeit für den Verein. 1958
schließlich konnten die Fußballer wieder die Meisterschaft
der B-Klasse und damit den Aufstieg in die A-Klasse feiern.
Ein weiteres Ereignis war die Amerika-Reise der B-Jugend,
die das Team nach Fort Lauderdale führte. Dort trafen die
Steinbacher Profi Gerd Müller und spielten gegen eine seiner
Mannschaften. Ein weiterer herausragender Erfolg war der
Germania in der Saison 1994/95 beschieden, als sie in die
Bezirksoberliga Frankfurt/West aufstieg.
Vorstandsmitglied Heinz Biemüller erinnert sich gerne an die
herausragenden Persönlichkeiten, die den Verein geprägt
haben. Günter Bergmann gehöre dazu, und sicher auch Heinz
Reiser, Edi Brand und Gottlieb Schlimm sowie Heinrich
Matthäus und Fritz Ehnes, der jahrelang die Pflege des
Rasenplatzes übernommen hatte.
„Der war gepflegt wie sein Wohnzimmer“, sagt
Vereinsvorsitzende Monika Bischoff, die sich auf die
100-Jahr-Feier des Vereins am morgigen Sonntag im Bürgerhaus
freut. Die Matinee beginnt um 11 Uhr, erwartet werden
Staatsminister Jürgen Banzer (CDU), Landrat Ulrich Krebs
(CDU) und Bürgermeister Peter Frosch (CDU). (pit) |